8 Tipps für effektiveres Arbeiten mit Selbstlernkursen

Eines der wenigen Dinge, um die ich Festangestellte beneide, sind die vielen Fortbildungen, die sie besuchen können (wenn sie Glück haben und ihr Arbeitgeber sie unterstützt).

Als Selbständige muss ich mich nämlich aktiv und bewusst selber entschließen, mich in diesem oder jenem Bereich fortzubilden, um meine Skills zu schärfen. Diese Fortbildungen muss ich dann auch noch selber zahlen und – vor allem – durchziehen und umsetzen. Parallel zu den ganzen anderen Baustellen, die ich noch so um mich habe.

Auch wenn das herausfordernd klingt: Permanentes Lernen ist ein Kernbaustein deiner Selbständigkeit. Denn du willst ja wachsen – als Person, als Unternehmer*in und als Expert*in.

Du ernährst dein Geschäft mit dem Wissen, dass du dir dafür aneignest.

Zum Glück! Gibt es inzwischen dieses Internet. Und in diesem Internet findet sich mehr gebündeltes Wissen als je zuvor. Auch mehr Schrott, zugegeben, und die daraus resultierende Schwierigkeit, abzuwägen, was nun Schrott ist und was nicht.

(Pro-Tipp am Rand: Wenn du im Zweifel bist, ob etwas Schrott ist oder nicht, schreibe der Person, die den Kurs erstellt hat, einfach eine Mail mit ein paar Detailfragen oder telefoniere kurz mit ihr. So findest du ganz schnell raus, ob das nun ’ne Gurke ist oder ob die ihre Kund*innen ernst nimmt.)

Auf jeden Fall gibt es eine riesige Menge an sogenannten (Achtung, Fachbegriff!) Selbstlerndingen. E-Mail-Kurse, aufgezeichnete Webinare, Podcasts, Online-Kurse, E-Books, Mitgliederbereiche …

Selbstlerndinge sind super, weil sie wahnsinnig flexibel sind und meist sehr viel günstiger als eine Eins-zu-Eins-Betreuung. Aber sie fordern natürlich auch etwas von dir: nämlich Disziplin und Motivation. Die Ersteller des Kurses bündeln ihr Wissen für dich in möglichst gut handhabbaren Häppchen, die Energie, um sie durchzuarbeiten, musst du aber komplett selber aufbringen.

Damit das leichter gelingen kann, habe ich dir hier ein paar Tipps zusammengestellt:

1. Kenne deine Motivation.

Ganz ehrlich jetzt: Warum genau willst du diesen Kurs machen? Wolltest du ihn vielleicht einfach kaufen, um dir (oder deinem Partner) zu zeigen, dass du’s ernst meinst? Oder brauchst du händeringend die darin enthaltene Information, um voranzukommen? Beides in Ordnung und alles gilt – Hauptsache du kennst deinen Ansporn und kannst deine Erwartungen an den Kurs entsprechend anpassen.

2. Wenn du zu diesem Kurs „Ja“ sagst, musst du zu anderen Sachen „Nein“ sagen.

Atemberaubende Logik, ich weiß. Ist aber so, denn dein Selbstlernding kostet Zeit und die ist nun mal begrenzt.

Jedes „Ja“ zu etwas bezahlst du mit einem „Nein“ zu etwas anderem.

Auf was kannst du verzichten, beziehungsweise was wirst du zeitlich verändern müssen, wenn du jetzt diesen Kurs machst? Einen Netflix-Abend weniger diese Woche? Einen Blog-Artikel weniger diesen Monat? Die Akquise für das neue Projekt ein bisschen rauszögern? Mittagessen mit den Freundinnen die nächsten drei Wochen streichen? Einen bestimmten Termin um einen Monat verschieben?

3. Stell dir einen belastbaren und realistischen Plan auf.

Schnapp dir deinen Kalender und plane ganz feste Zeiten für das Durcharbeiten des Kurses ein. Und zwar realistisch: Suche dir Zeitblöcke von mindestens etwa einer halben Stunde, in denen du ungestört und mit Ruhe arbeiten kannst. So, dass du nicht schludern und pfuschen musst.

Plane dir außerdem Input und Output Zeiten ein, sprich Zeiten, in denen du nicht nur den Kurs durcharbeitest, sondern auch wirklich die Umsetzung durchgehst. Du brauchst ein Gleichgewicht: Du kannst nur so viel Information aufnehmen, wie du auch verdauen kannst – und willst.

Und! Gönne dir Zeit zwischen deinen Input und Output Blöcken, um das Gelernte zu verarbeiten und einfach so sacken zu lassen: Unser Unterbewusstsein arbeitet ganz herrlich für uns weiter, wenn wir uns gelegentlich eine Verschnaufpause gönnen. Allerdings auch nicht zu viel Zeit, sonst kommst du wieder raus und verlierst deinen Schwung oder deinen roten Faden.

Mein kostenloses Starterkit zur Vorbereitung deiner Website habe ich zum Beispiel bewusst so angelegt, dass du in kurzer Zeit alle Basics lernst, und trotzdem Zeit dazwischen hast, um die ersten Schritte umzusetzen und ein bisschen zu spielen. Der große Online-Kurs zur Erstellung deiner Website ist in drei Runden aufgebaut, die jeweils ein klares eigenes Ziel haben – so kannst du die Inhalte zügiger durcharbeiten, ohne dich an einer Stelle zu „verhaken“, und siehst schneller Ergebnisse.

4. Steuere bewusst deine Umsetzung.

Eine der spannendsten Fragen, die dir beim Durcharbeiten deines Selbstlerndings durch den Kopf gehen kann, ist: Was heißt das für mich? Denn so ein Kurs bringt ja nur etwas, wenn du aus dem abstrakten Gelernten für dich herauskristallisierst, was das konkret für deine Selbständigkeit bedeutet und was du für diese Veränderungen tun musst.

5. Sammel deine Notizen, Ideen und To-Dos an einem Ort.

Ganz toll ist dafür sowas wie Evernote – das ist ein Programm, mit dem du an einem zentralen Ort ganz viele Informationen, Links und Bilder sammeln (und auch durchsuchen!) kannst. Dort kannst du deine Erkenntnisse und Ideen aus dem Kurs notieren, und immer gleich dazu schreiben, was sich daraus für dich für neue To-Dos ergeben. Dann hast du die Umsetzung (siehe oben) nämlich auch direkt im Blick.

6. Mach die Übungen wirklich.

Also schriftlich und ausführlich und wirklich mit Zeit. Nicht mit „Oh, da weiß ich eh schon in etwa was bei mir rauskommt!“ Diejenigen, die diese Dinger erstellen, haben sich dabei was gedacht.

Beim Magnetprodukt-Kurs zum Beispiel empfehlen ich, dir an einer bestimmten Stelle einen Partner zu suchen. Manche Teilnehmer*innen denken sich hier vermutlich „Och, das schaff ich auch so!“. Aber Partner*in dazunehmen und mehr Augen draufschauen zu lassen? Ist immer eine gute Idee, und in diesem Fall das entscheidende Puzzle-Stückchen zu einem wirklich magnetisch kundenanziehenden Produkt. Und diejenigen, die mir zurückmelden und von ihrem tollen Magnetprodukt berichten, hatten tatsächlich fast alle einen Partner dabei.

7. Mach das nicht alleine.

Der Nachteil am selber lernen ist, dass du selber, und drum meist alleine, lernst. Und du dich deshalb auch nur vor dir selber rechtfertigen musst, wenn du wieder mal deinen Zeitblock für den Kurs verschiebst oder eine Übung doch nicht machst. Dagegen hilft natürlich, andere einzubinden.

Du könntest Arbeitsgruppen bilden oder Termine mit anderen vereinbaren – dir auf jeden Fall eine Rahmen schaffen, in dem du dich vor anderen rechtfertigen musst. Bei meinem Online-Kurs zur Erstellung deiner eigenen Website kannst du zum Beispiel jede Woche an einer offenen Sprechstunde teilnehmen, mir berichten, wie es bei dir läuft und dabei alle Fragen stellen, die im Prozess aufgetaucht sind.

Das kannst du bei anderen Selbstlerndingen ähnlich machen – vereinbare mit dem Anbieter des Kurses oder mit deinem Partner oder einer Freundin einen Zeitpunkt, an dem sie nachhaken, was eigentlich Sache ist. Und wenn du die Deadline eingehalten hast? Backst du einen Kuchen für alle und ihr feiert das!

8. Verliere danach die Energie nicht.

Wenn du dein Selbstlernding durchgearbeitet hast, bist du noch lange nicht fertig! An dieser Stelle kann es passieren, dass du noch ein paar Änderungen machst und ansonsten einfach ganz erleichtert bist, dass du das Ding geschafft hast. Und dass dabei deine Energie richtig schnell abrutscht. Was total schade ist: Denn diese Phase könntest du ganz besonders intensiv nutzen, um aus deinem gelernten Wissen wirklich verfügbares, schnell abrufbares, integriertes Wissen zu machen. Das geht natürlich nur mit viel Übung.

Auch hier kannst du dich ein bisschen selber unterstützen, indem du dir mit großzügigem Abstand ein, zwei Nachtermine setzt. An denen holst du dann nochmal deine Unterlagen heraus und evaluierst, was du bis jetzt geschafft und umgesetzt hast und was zwischenzeitlich doch auf der Strecke geblieben ist.


Was beschäfitgt dich bei Online-Kursen? Bildest du dich gerne so weiter oder hast du noch etwas Respekt vor dem Thema? Schreibe mir deine Gedanken dazu!



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