Die 10 Goldenen Regeln der Website-Erstellung

Es gibt in dieser schönen neuen Website-Welt erstaunlich wenig feste Regeln.

Ich kann dir zum Beispiel nicht sagen, wie viel Text deine Website braucht — da ich nicht wissen kann, was für ein Leseverhalten deine zukünftigen Lieblingskunden haben. (Kleiner Tipp: Es ist vermutlich mehr Text, als du denkst.)

Ähnlich ist es mit den Bilder auf deiner Seite — wie sollte ich bestimmen können, was für Bilder deine Kunden ansprechen?

Was du wirklich wissen musst.

Trotzdem gibt es eine kleine Reihe von Dingen, die du nicht tun solltest. Weil sie Barrieren zwischen dir und der Kauf- und Kontaktierlust deiner Website-Besucher aufbauen. Und so werden sie bekanntlich nie zu Kunden und dann kannst du sie auch nie fragen, wie sie eigentlich am liebsten lesen.

Drum spitze die Ohren und höre wie ich „müssen“ sage (was selten vorkommt):

1) Deine Inhalte müssen zugänglich sein.

Das bedeutet: zwing niemanden, mit dir Kontakt aufzunehmen oder sich per E-Mail zu registrieren, bevor er deine Inhalte lesen kann oder noch viel besser - bevor er überhaupt sieht was du anbietest.

Und verdecke um Himmels Willen nicht deine gesamte Seite mit einem Anmeldeformular für irgendwas, bevor ich auch nur die geringste Chance hatte, einen einzigen Satz deiner Seite zu lesen.

2) Deine Bilder müssen zu dir passen — nicht zum Rest deiner Branche.

Die Welt braucht keine weiteren Coach/Berater/Trainer-Websites mit grundschulfarbenen Puzzlestücken die ineinanderpassen und mit kindlicher Schrift beschriftet sind, oder einem romantischen Weg durch ein sonniges Feld. Und keine Heilpraktiker-Websites mit Wassertropfen, die zentrische Kreise verursachen, Steine, die kleinerwerdend aufeinandergestapelt sind und einem aufgekringeltem Blatt mit einem Tautropfen.

Und wenn ich noch ein einziges Mal schüttelnde Hände auf einer Website sehe, schalte ich mein Internet sowieso aus und nie wieder ein.

3) Deine Seite muss schnell sein.

Wenn ich drei Haikus schreiben kann in der Zeit, die deine Seite zum Laden braucht: hast du ein Problem. Wenn deine Bilder zehn Sekunden brauchen, um zu laden — rate mal wer sie alles nie sehen wird? Circa 50% deiner Website-Besucher, that's who.

4) Deine Seite muss sichtbar sein.

Das heisst: in der Umgebung funktionieren, die deine Kunden verwenden. Sprich: so sauber programmiert, dass sie auf allen Geräten funktionieren. Noch deutlicher: kein Flash verwenden.

5) Der Tonfall deiner Seite muss durchgängig sein.

Wenn dein gesamter Auftritt emotional und wohltuend und locker und witzig ist, du deine Leser aber durch superernste Kontaktformulare jagst und mit Bestätigungs-E-Mails in Bürokratendeutsch begrüßt, ist irgendwas faul.

Wenn ich nicht erkennen kann, wie du wirklich drauf bist, werde ich im besten Fall kein Vertrauen zu dir entwickeln und im schlimmsten Fall das Gefühl bekommen, dass du mich anlügst. Kaufen tue ich in beiden Fällen? Nichts von dir.

5) Du musst die Arbeit auf deiner Seite tun — nicht deine Leser.

Wenn du deine Kontaktdaten versteckst, die für deine Kunden wichtigsten Informationen auf die vorletzte Seite packst oder keine einzige wichtige Aufforderung oder Info wiederholst, lässt du deine Leser auf deiner Seite arbeiten, um an das zu kommen, was sie suchen.

Die meisten Leute arbeiten schon genug. Die wollen es auf deiner Seite leicht haben. Und weißt du was sie im Tab nebenan offenhaben? Einen YouTube-Film von einem lachenden, quietschenden, reizenden Baby! Viel verlockender als Arbeit.

6) Du musst deine Leser auf deiner Seite halten.

Was für eine schöne Liste deiner Lieblingsblogs! Was für ein tolles Sortiment an mir unbekannten Links! Ach und an der Uni hast du studiert? Schwupps, wieder ein potentieller Kunde weniger.

Die Verlinkungen auf deiner Seite sollten ein ganz deutliches Ziel haben: deinen Nutzer durch deine Seite zu lenken. Nicht ihm noch mehr Zerstreuungs- und Freizeitverschwendungsangebote machen.

Deine wichtigste Aufgabe auf deiner Website ist es, deine Leser auf die richtigen Sachen fokussiert zu halten. Finde genau heraus, was diese wichtigsten Sachen für dich sind und dann lenke deine Besucher dorthin — nicht auf fremde Seiten. Da sind die eh öfter als dir lieb ist.

7) Du musst auf deiner Seite sichtbar sein.

Kein einziges Foto von sich auf die Seite zu packen ist ein gravierender Anfängerfehler.

Ich weiß — bei dir ist das bestimmt anders und es gibt sicher einen total guten Grund, warum da noch keins ist.

Aber: Wieso sollte ich dir vertrauen, wenn ich nicht mal weiß, ob es dich wirklich gibt? Und ob du mir sympathisch bist? Und ob ich mir vorstellen kann, dass du mir gerne und offen in die Augen schauen kannst?

8) Deine Navigation muss klar und verständlich sein.

Wenn du die Menüpunkte in deiner Navigation ganz witzig und total clever ausgedacht so benennst, dass die supergut in dein kreatives Konzept passen — heißt das noch lange nicht, dass ein neuer Besucher auf deiner Seite sich auch nur ungefähr vorstellen kann, was du damit meinst.

Die Navigation ist kein Ort für Kreativität. Die Navigation ist ein Ort für stinklangweilige, öde und total klare Bezeichnungen, die dem Leser unmissverständlich sagen, was er auf der jeweiligen Unterseite erwarten kann.

9) Deine Seite muss kuratiert sein.

Nicht jede Wertedefinition, die du mit deinem Business-Coach erarbeitet hast, gehört auf deine Website. Manche Dinge, Fakten, PDFs und Unterlagen eignen sich einfach besser für den internen Gebrauch. Nur weil du mal etwas in Textform gebracht hast, muss es nicht zwingend auf deine Website.

Wichtigste Frage, die deinen Entscheidungsprozess leiten sollte, ob etwas auf die Seite kommt oder nicht: Ist das hier relevant für meinen zukünftigen Lieblingskunden?

10) Deine Seite muss professionell aussehen.

Irgendein kostenloses Template nutzen, nur um „da mal irgendetwas stehen zu haben“ - weil es ja nichts kostet - ist Quatsch. Und das kleine Anbieter-Logo unten zu ignorieren - weil es kostet ja nichts - ist dämlich.

Nur weil du manche sogenannten Websites für kein oder extrem wenig Geld bekommst, heisst das noch lange nicht, dass das die klügste Lösung ist. Das ist schließlich ein kleines Unternehmen, das du da aufbaust - und kein Hobby.

Quatsch ist es auch mit MS Paint, einem Billo-Baukasten und einem halben Nachmittag Zeit deine Website selber zu machen.

Denn es ist möglich, eine Website selber zu machen — vor allem mit professioneller Unterstützung durch, naja, sagen wir mal, einen durchdachten Online Kurs — aber es ist auch verdammt einfach, in ein paar Anfängerfallen zu tappen.

Aber wenn man diese Fallen vermeidet, die Basics gut lernt und sich ein wenig Mühe gibt, wird man doppelt belohnt: mit einer Website, die dir aktiv Vertriebsarbeit abnimmt, mit einem tiefen Verständnis von dem, was du da gemacht hast und der Möglichkeit, die Seite jederzeit selber anpassen zu können. Und du hast dazu noch Geld gespart.

Und jetzt? Geh raus und mach die Welt ein bisschen besser!




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