Mein soziales Preismodell

Ich biete für den Website erstellen Gruppenkurs verschiedene Preiskategorien an, für verschiedene finanzielle Situationen. Die drei Kategorien reichen von A (weniger finanzielle Ressourcen) bis C (mehr finanzielle Ressourcen).

Ich bin überzeugt davon, dass unsere finanzielle Situation nicht eins zu eins mit unserem Fleiß oder unseren Fähigkeiten zu tun hat, sondern in großen Teilen von den Strukturen geprägt wird, die uns umgeben. Damit trotzdem möglichst viele Menschen in unterschiedlichen Situationen Zugang zu meinen Angeboten bekommen, gibt es dieses soziale Preismodell.

So geht's

Grundsätzlich gilt: Die Kategorien A und B sind gedacht für Menschen, die strukturelle Benachteiligung erfahren oder erfahren haben, dadurch eingeschränkt sind in ihrer Möglichkeit, Geld zu verdienen und deshalb wenig finanzielle Ressourcen zur Verfügung haben.

Falls du strukturell nicht oder nur wenig benachteiligt bist, du aber dennoch im Moment wenig finanzielle Ressourcen zur Verfügung hast: Für dich ist vor allem die Ratenzahlung gedacht. Es ist relativ häufig (und völlig okay), dass jemand die Stufe C wählt und die dann in Raten abbezahlt.

Die Kategorien beziehen sich auf deine grundsätzliche Situation, in die du hineingeboren wurdest. Die Ratenzahlung bezieht sich auf deine aktuelle Situation, die davon komplett unabhängig sein kann.

Da viele von uns es nicht gewohnt sind, über Geld zu sprechen, fällt uns eine Selbsteinschätzung in diesem Bereich oft schwer. Deshalb habe ich hier eine Reihe von Fragen gesammelt, die du dir stellen kannst, dazu gebe ich ein paar konkrete Beispiele aus den drei Kategorien.

All das ist natürlich eine grobe Vereinfachung von komplexen Lebensrealitäten, deshalb ist es wahrscheinlich, dass du irgendwo zwischen zwei Kategorien sein wirst. Wähle in dem Fall einfach die Kategorie, die auf dich am ehesten zutrifft. Du kannst hier nichts falsch machen.

Wenn du möglicherweise nur weniger oder gar nichts für den Kurs bezahlen kannst, und somit in keine dieser Kategorien fällst – für dich habe ich weiter unten ein paar Ideen.

Fragen, die du dir stellen kannst

Diese Fragen können dir Anhaltspunkte dafür geben, welche Kategorie auf dich zutrifft.

  • Hast du (zum Beispiel aufgrund von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Herkunft, körperlicher und mentaler Gesundheit und sexueller Orientierung) Privilegien, die es dir grundsätzlich erleichtern, auf sichere Art Geld zu verdienen?
  • Gibt es Umstände in deinem Leben, die du nicht beeinflussen kannst oder konntest, die deine Möglichkeit, Geld zu verdienen, einschränken?
  • Kannst du Geld sparen? Lebst du von Monat zu Monat oder kannst du dir oft leisten, was du haben willst?
  • Wen musst du unterstützen? Sind weitere Personen von deinem Einkommen abhängig?
  • Könnte deine Familie oder dein Umfeld dich (im Notfall) finanziell unterstützen?

Beispielsituationen

Die Kategorie A könnte für dich zum Beispiel Sinn machen, wenn du …

  • dich in der Schnittstelle mehrerer Benachteiligungen befindest, die deine Möglichkeiten, auf sichere Art Geld zu verdienen, einschränken
  • zum Beispiel weil du aufgrund von strukturellem Rassismus und Homophobie nicht in deinem gewünschten Beruf arbeiten kannst
  • oder du alleinerziehend bist, kaum Unterhaltszahlungen erhältst und aufgrund einer chronischen Krankheit nur wenige Stunden pro Woche arbeiten kannst

Die Kategorie B könnte für dich Sinn machen, wenn du …

  • eine Benachteiligung erfährst, die deine Möglichkeiten, auf sichere Art Geld zu verdienen, einschränkt
  • zum Beispiel weil du für mehrere Jahre aufgrund äußerer Faktoren arbeitslos warst
  • oder eine Herkunftsfamilie hast, die du finanziell unterstützen musst

Die Kategorie C könnte für dich Sinn machen, wenn du …

  • Privilegien hast, die es dir grundsätzlich erlauben, auf sichere Art Geld zu verdienen
  • zum Beispiel weil du eine Herkunftsfamilie hast, die dir vermutlich eine Immobilie oder einen Geldbetrag über 10.000 € vererben wird oder du mit einer Person eine Beziehung führst, die dich finanziell unterstützen würde
  • oder weil du ein abgeschlossenes Studium hast, weiß und körperlich nicht eingeschränkt bist

Menschen, die die Kategorie C wählen, ermöglichen die Vergünstigungen für die anderen Kategorien sowie die Vergabe von Teil- und Vollstipendien.

Falls du dir unsicher bist, welche Kategorie für dich gilt

Das hier ist keine Prüfung: Du kannst das hier nicht falsch machen! Bitte mach dir keinen Druck damit. Ich werde dir keine Fragen dazu stellen und ich schaue auch nicht nach, wer welche Kategorie angegeben hat.

Mit diesem Preismodell will ich einfach Menschen die Chance geben, über Klassen- und Vermögensunterschiede hinweg sich gute Websites zu bauen und untereinander auszutauschen. (Meine Motivation dahinter beschreibe ich in diesem Artikel ausführlicher.)

Ich gehe davon aus, dass du diese Anhaltspunkte hier aufmerksam liest und dann einfach deinem Bauchgefühl folgst – dem kannst du vertrauen und ich auch.

Weitere Optionen

Ratenzahlung

Falls du im Moment den betreffenden Preis (egal welcher Kategorie) nicht auf einen Schlag zahlen kannst, gib mir einfach Bescheid und wir vereinbaren eine zinslose Ratenzahlung. Das heißt: Du zahlst die gleiche Summe, aufgeteilt auf die von uns vereinbarten Raten.

Stipendien, Förderungen und Tauschangebote

Falls du gar nichts oder nur weniger zahlen kannst (zum Beispiel weil du zurzeit von Arbeitslosengeld I oder Hartz IV lebst und / oder Schwierigkeiten hast, überhaupt deine Grundlagen wie Essen und Miete zu stemmen), melde dich ebenfalls gerne bei mir – wir finden eine Möglichkeit, dass du trotzdem teilnehmen kannst. 

Du kannst dieses Modell mitgestalten

Dieses soziale Preismodell ist ein Experiment: Ich gehe hier ein Risiko ein und mache meine eigene finanzielle Situation weniger gut planbar, um damit mehr Zugänglichkeit zu ermöglichen.

Ein solches Experiment ist immer im Prozess und lebt vor allem von Rückmeldungen. Melde dich also gerne bei mir, falls du Ideen oder Anregungen zu diesem Modell hast, oder mir einfach mitteilen möchtest, wie du dich damit fühlst. Nur so kann ich diesen Ansatz anpassen und so umarbeiten, dass er wirklich möglichst viele Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen erreicht.


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