Blog oder Newsletter – was brauche ich?

In meiner wöchentlichen Online-Sprechstunde fragte mich eine liebe Kundin mit einer ziemlich frischen Website, was der Unterschied zwischen Blog und Newsletter ist. Und da dachte ich mir: das könnte auch dich interessieren.

Et voilà: die große Blog vs. Newsletter Übersicht, und wie die beiden gut Hand in Hand arbeiten können. Denn arbeiten sollen'se ja für dich!

Blog oder Newsletter oder beides?

Beginnen wir mit den Basics:

Was ist ein Blog?

Ein Blog ist eine laufende Reihe von Artikeln, die du in chronologischer Reihenfolge veröffentlichst, mit den neuesten Artikeln ganz vorne.

Ganz ursprünglich hatten Blogs einen tagebuchartigen Charakter, das ist aber längst vorbei – ein geschäftlich genutzter Blog sammelt Material und Informationen, die für deine potentiellen Wunschkunden spannend sind. (Dieses Material musst du übrigens nicht komplett selbst schreiben: du kannst auch mit Gastartikeln von passenden Experten und anderen Bloggern arbeiten!) Dazu gehören aus meiner Sicht zwar manchmal Ankündigungen von neuen Produkten in einem passenden Kontext – aber keine „harten Sales Pitches“, also keine direkten Kauf-kauf-kauf-Aufforderungen.

Strategisch gesehen sind Blogs interessant, weil du damit Leser immer wieder auf deine Website ziehen kannst und sie dort mehr über dein restliches Angebot lesen können. Außerdem lernen deine Leser dich über deine Blog-Artikel und die Art und Weise, wie du schreibst, besser kennen und können so besser einschätzen, ob sie mit dir arbeiten wollen oder nicht.

Falls du Kommentare auf deinem Blog erlaubst (was eine freie Entscheidung ist – das muss nicht sein!) können diese Kommentare dir hilfreiches Feedback geben und Ideen für neue Artikel oder sogar Produkte. Aber du musst diese Kommentare natürlich auch moderieren und beantworten.

Ein weiteres und ziemlich gewichtiges Argument für einen Blog auf deiner Seite ist der Suchmaschinen-Aspekt: auf einem Blog veröffentlichst du in regelmäßigen Abständen passende und wertvolle Inhalte für deine Leser – das findet Google ziemlich attraktiv.

Was ist ein Newsletter?

Ein Newsletter sind Inhalte irgendeiner Art, die du per Mail an deine sogenannten „Abonnenten“ schickst, meist auch in einem regelmäßigen Turnus.

Diese Mails können persönliche Aspekte beleuchten – so eine Art von „Hi, ich bin's, ich bin übrigens auch ein Mensch und dit-und-dat beschäftigt mich zur Zeit und das-und-das ist neu bei mir“. Hier dürfen die direkteren Aufforderungen ihren Platz finden, denn wer sich für deine Mails anmeldet, hat ein deutliches Interesse an dir und deinen Angeboten und will hören, wenn du wieder etwas Neues entwickelt hast.

Oft wird die Anmeldung für einen Newsletter „incentiviert“, also angeregt über eine Art von Willkommensgeschenk. In meinem Fall ist das ein E-Mail-Kurs für die ersten Schritte mit der eigenen Website, es kann aber auch ein E-Book oder ein Video sein, oder sogar ein Gutschein für den ersten Kauf.

Ein Newsletter hat kein Archiv, außer du legst es selber auf deiner Seite an oder veröffentlichst deine Newsletter-Artikel parallel in einem Blog. Was man alles machen kann – du entscheidest, was für dich und deine Leser Sinn macht! Wenn du kein Archiv deiner Newsletter-Artikel hast, werden sie dir unter Suchmaschinen-Gesichtspunkten nicht so viel weiterhelfen, und andere Menschen können z.B. über Social Media nicht so gut darauf verlinken.

Brauch ich einen Blog und einen Newsletter?

Grundsätzlich: Ja. Blog + Newsletter ist eine ziemlich gute Kombi – vorausgesetzt du hast die Zeit dafür und weißt, was du mit beidem vorhast. Sprich: vorausgesetzt, du hast eine sinnvolle Strategie dahinter. Zwei Beispiele einer solchen Strategie, mit der Blog und Newsletter wunderbar Hand in Hand arbeiten, findest du weiter unten.

Wenn du noch keine solche zweiteilige, ausgefuchste Strategie hast (weil du zum Beispiel gerade erst angefangen hast und dir der Gedanke einer eigenen Website noch völlig unerhört ist, geschweige denn eines Blogs, geschweige denn noch irgendwas weiteres, wo du dich auch noch präsentieren musst …) kannst du mit einem von beidem anfangen und es jeweils zum Austesten von ein paar interessanten Faktoren nutzen.

Wichtiger Einschub: Wiederum vorausgesetzt, du fühlst dich nicht eh schon überfordert! Blogs und Newsletter sind beides ziemlich persönliche Medien, und da darf und soll dein persönlicher Tonfall und deine ansteckende Stimmung durchkommen.

Wenn deine Stimmung grad aber alles andere als vorzeigbar ist, und du ganz andere Themen im Kopf hast (und das kommt vor bei einer Selbständigkeit, und zwar bei jeder) dann ist das kein guter Moment, um einen Blog oder Newsletter auszuprobieren. Dann kümmere dich lieber erstmal um deine aktuellen Themen, bevor du dir diese Geschichten auch noch auf den Teller packst.

So, mit dem aus dem Weg – Folgendes kannst du in den beiden Formaten lernen:

Ein Blog ist optimal, um deine Themen abzuklopfen.

Du glaubst zwar, dass deine Leser sich für das Ziehen von Kakteen aus einem Samen interessieren – vielleicht wollen die aber vor allem erst mal wissen, wie man einen Kaktus überhaupt richtig wässert? Mit einem Blog bekommst du über die Kommentare und darüber, wie oft der Artikel in den sozialen Medien geteilt wird, ziemlich schnell Feedback über deine gewählten Themen, und kannst so herausfinden, was wirklich zieht.

Ein Newsletter ist intimer und noch persönlicher – hier wird dir, vor allem am Anfang, mehr „verziehen“.

Auf deiner Website sieht man nicht, wann du den letzten Newsletter rausgeschickt hast – sprich der verzeiht mehr Durcheinander auf der Planungs-Seite. Das Datum des letzten Blog-Artikels wird dagegen ziemlich schnell bemerkt. Mit einem Newsletter kannst du also noch vorsichtiger beginnen und noch stärker experimentieren, was Tonfall, Format, Inhalte und Regelmäßigkeit angeht.

Mit dem richtigen Publikum bekommst du nämlich auch bei einem frischen Newsletter sehr persönliche Rückmeldungen. Und dann wird es richtig spannend, wenn du tatsächlich eine Art von laufender Unterhaltung mit deinen Newsletter-Lesern führen kannst.

Welche Inhalte pack ich wohin, wenn ich einen Blog und einen Newsletter habe?

Das kannst du im Prinzip völlig frei angehen – es sind deine Inhalte, und du kennst deine Leser am besten. Wichtig ist, dass es zu deiner Gesamtstrategie passt, also wenn du E-Mail-Adressen sammelst, macht es Sinn zu wissen, wofür du die sammelst, und wenn du Blog-Artikel schreibst, macht es Sinn zu wissen, wohin du die Leser nach dem Lesen deiner Artikel leiten möchtest.

Hier trotzdem ein paar Anregungen für verschiedene mögliche Inhaltstypen.

Blog-Inhalte

Wertvolle Informationen, die sich im weiteren Sinne auf dein Angebot beziehen und dich als Experten positionieren:

  • Anleitungen („So machst du X mit dem neuen Y“)
  • Hintergrundberichte („So mache ich …“)
  • Erklärungen („Das ist der Unterschied zwischen X und Y“, „Das bedeutet Z wirklich“)
  • Tipps („Die 5 besten Wege, um …“)
  • Kontroverse Diskussionen („Ich behaupte, dass …“, „Jetzt mal ganz ehrlich: …“)

Newsletter-Inhalte

Die Inhalte im Newsletter können noch viel stärker ein Blick hinter die Kulissen sein – deine Abonnenten sind deine VIP-Truppe, also behandle sie entsprechend!

  • Kleine, persönliche Geschichten und Beobachtungen aus deinem Leben und deiner Arbeit – und was deine Leser daraus lernen können
  • Links zu Artikeln, Büchern und Inhalten von anderen Menschen im Internet, die du kürzlich gelesen hast und die für deine Zielgruppe wertvoll sind
  • Neuigkeiten aus deinem Geschäft: wo du einen Vortrag hältst, neue Workshop-Termine, dass du ein Buch schreibst und wie sich das anfühlt
  • Was du von bestimmten Entwicklungen in deiner Branche hältst
  • Besondere Angebote für neue Produkte oder einfach die Ankündigung, dass das Produkt jetzt da ist und was es kann
  • Komplette Blog-Artikel oder Links zu deinen neuen Artikeln, mit Auszügen aus dem Artikel – und eventuell ergänzt mit Hintergrundinformationen darüber, warum dich speziell diese Themen zur Zeit interessieren oder was der Anlass zu diesem Artikel war

Bei mir handhabe ich das so, dass ich in meinen E-Mail-Briefen die persönlicheren Dinge, die mich als Selbständige bewegen, anspreche (aber manchmal auch auf Blog-Artikel verlinke) und in meinem Blog die technischeren, praktischeren Themen (aber manchmal auch Beispiele von Briefen mit aufnehme).

Die wichtigste Frage: Was ist dein Ziel mit Blog und Newsletter?

Eine gängige und erfolgreiche Strategie für das gemeinsame Verwenden von Blog und E-Mails ist die (von mir so benannte):

Eins-nach-dem-anderen-Strategie

Du hast einen Blog, weil der dich für die Suchmaschinen extrem anziehend macht und damit Artikel von dir in den sozialen Medien zirkulieren können (was sollte sonst dort von dir zirkulieren?). Ziel von diesem Blog ist es vor allem, zu dir passende Leser überhaupt auf deine Website zu bekommen.

Wenn sie dann da sind auf deiner Seite, ist das nächste Ziel, sie auf deine Newsletter-Liste zu bekommen. Über diese Liste wirst du dann später – also nachdem du erfolgreich eine vertrauensvolle Beziehung zu dieser Person aufgebaut hast – ihnen Angebote zu deinen Produkten und Dienstleistungen machen. Die ihnen vermutlich gefallen werden, denn sie mögen ja auch deine restlichen, regelmäßigen Inhalte.

Eine andere Möglichkeit ist die:

Alle-auf-die-Website-Strategie

Du hast eine Website, die komplett auf das Verkaufen deiner Angebote optimiert und getestet ist. Dazu schreibst du einen Blog, der, wie oben auch, über Suchmaschinen und soziale Medien Leser zu dir zieht.

In diesem Szenario dient der E-Mail-Newsletter ausschließlich dem gleichen Ziel: Leser auf deine Seite zu ziehen. Das würde bedeuten, dass du in deinen Mails hauptsächlich Links auf deine eigene Website veröffentlichst.

Wenn diese Leser auf deiner Seite sind, ist das nächste Ziel, dass sie deine Artikel selber kommentieren, teilen und weiterverbreiten, und dass sie wiederkommen, und über dieses wiederholte Landen auf deiner Seite deinen Expertenstatus wahrnehmen. Dann kannst du ihnen in bestimmten Blog-Artikeln oder zum Beispiel am Ende von jedem Artikel ein passendes Angebot zeigen – das sie vermutlich kaufen, weil sie dich ja längst als Experten registriert haben.

Eine Strategie ist nicht notwendigerweise besser als eine andere – es kommt meiner Ansicht nach so stark auf die Zwischentöne an, also auf das „Wie“ in deinen Artikeln und Mails. Wenn dieser Tonfall stimmt und in deinen Lieblingskunden was zum Klingen bringt, und dein Sende- und Veröffentlichungs-Rhythmus ihnen auch passt: dann hast du die richtige Strategie.

Und was nun?

Wenn du noch weder Blog noch Newsletter hast und gar nicht weißt, wie du jetzt loslegen sollst, schlag' ich dir Folgendes vor: Du sammelst ein paar Entwürfe für einen Newsletter (so dass du drei, vier Wochen Puffer hast) und probierst es einfach aus. Speziell am Anfang hat man ja eh meist noch nicht so viele Abonnenten, dafür aber oft ziemlich treue Seelen, du kannst also gut in einer Komfortzone Tonfälle und Ideen ausprobieren.

Dann: lässt du das wachsen, so wie und falls es dir Spaß macht. Und dann, irgendwann, wenn du beschließt auch noch einen komplett öffentlichen Blog dazuzunehmen – dann hast du bereits deine ganzen Newsletter-Artikel, die du als Startpunkt für deinen Blog verwenden kannst!

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