Der Satz, der mich im Durcheinander erdet.

Zwischen meiner Website-Arbeit hier und meinen drei verschiedenen Blogs, meinem neuen Buch, einer neuen kleinen Unternehmung, die ich gerade gründe, zwischen den Feiertagen und dem Fasten und den Konferenzen, zwischen dem Alltag und den Mails und den großen und kleinen Ablenkungen: Zwischen all dem benötige ich manchmal einen Anker.

Ein kleiner Gedanke, der mich erdet und fokussiert und hineinschraubt in’s Jetzt.

Zurzeit ist dieser Anker der Satz: I choose to be here.

Ich entscheide mich dafür, hier zu sein.

Dieser Satz erinnert mich in erster Linie daran, dass ich eine Wahl habe. Dass ich freiwillig hier sitze und an genau dem arbeite, woran ich gerade arbeite. Dass es immer Alternativen gibt. Dass ich mich bewusst für dieses herrliche Durcheinander entschieden habe, und mich nun genau so bewusst für einen konzentrierten, präsenten Arbeitsmoment entscheiden kann.

Der Satz „I choose to be here“ auf einem Whiteboard

Dieser Satz erinnert mich daran, dass ich die Verantwortung trage für meinen Tag. Für meinen Prozess.

Natürlich passieren mir auch Dinge, die außerhalb meiner Verantwortung und Kontrolle stehen, natürlich werde ich auch umhergebeutelt. Aber wenn ich hier an meinem Rechner sitze, neben mir das Whiteboard mit diesem kleinen roten Satz drauf, dann weiß ich: Für jetzt, für die kommende Stunde, für das, was hier entsteht, kann ich die Verantwortung übernehmen.

Der Satz steht zurzeit jeden Tag da. Ich glaube natürlich nicht jeden Tag an ihn.

An manchen Tagen sehe ich meinen Satz gar nicht, so verstrickt bin ich in der Aufgabe vor mir oder in den Ablenkungen von der Aufgabe vor mir. Aber meistens sehe ich ihn doch irgendwann, und meistens im genau richtigen Moment. Ach so! Stimmt. Ich habe die Wahl, ich bin freiwillig hier, ich will hier was reißen.

An manchen Tagen fühlt sich die Freiwilligkeit etwas höhnisch an. Umso wichtiger, dass ich an genau diesen Tagen mich auch dafür entscheide, da zu sein und präsent zu sein, und hinzuspüren, was vielleicht anders sein müsste. Die Wahl zu haben, Entscheidungen treffen zu können, das ist Freiheit, das ist ein unglaubliches Privileg.

Und mit dieser Freiheit kommt natürlich auch eine Verantwortung. Wenn ich dieses will, muss ich jenes dafür tun. Und jenes fühlt sich nicht jeden Tag leicht und locker und fluffig an. Jenes ist manchmal auch schwer und nervig und langweilig – aber ich habe mich dafür entschieden, und entscheide mich auf ein Neues dafür.

Gleichzeitig ist dieser Satz ein großartiges Frühwarnsystem.

Wenn er kreischend höhnisch klingt, wenn er mich wie ein dummer Scherz anlacht: Dann ist es Zeit für eine Pause. Dann sollte ich mich in dem Moment nicht dafür entscheiden, hier zu sein, sondern lieber woanders. Dann gehe ich raus und spaziere oder rüber in die Werkstatt, oder nochmal zurück an’s Reißbrett und denke mein Projekt von vorne durch, suche den Wurm, der offensichtlich drin steckt.

Diesen Artikel schreibe ich schon wieder aus einem Zwischendrin – zwischen mehreren Reisen und vielen neuen Projekten. Ich versuche, mir einen Schwung aufrecht zu erhalten und eine gewisse regelmäßige Arbeitszeit einzuhalten in meinen Dazwischens, ich versuche, mich nicht komplett aus dem Alltag fallen zu lassen, aber das ist leichter gesagt als getan.

„Ich entscheide mich, hier zu sein“ darf mich überall hin begleiten. An den Computer und weg vom Computer, vom einen Projekt in’s nächste, vom Atelier in den Urlaub, bei der Arbeit genauso wie abends auf dem sonnigen, windigen Balkon.

Vielleicht ist dieser Anker für dich ja auch dienlich :)



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