Mini-Tipp: Brauche ich einen Disclaimer im Impressum?

In beinah jedem Impressum finde ich nach wie vor den sogenannten „Disclaimer“ – ein Absatz mit einem Haftungsausschluss, der dir angeblich hilft, dich von den gesetzten Links auf deiner Website zu distanzieren.

Du brauchst diesen Disclaimer nicht.

Dass dieser Haftungsausschluss hilft, ist nur ein Mythos. Zwar ein Mythos, der sich unglaublich hartnäckig hält, aber trotzdem nichts weiter als eine nervige kleine Internet-Legende.

In Kurzform erklärt: Der typische Disclaimer behauptet, sich ausdrücklich von allen gesetzten Links zu distanzieren. Genau das ist aber natürlich eine pauschale Distanzierung, und die hat rechtlich überhaupt keine Wirkung.

Relevant wäre das eh nur dann, wenn du Links auf Seiten setzt, auf denen sich illegale Inhalte befinden – dann müsstest du dich ausdrücklich von diesem Link distanzieren, was je nach Grad der Illegalität gar nicht möglich ist. (Solche Links setzen meine Leser*innen aber klassischerweise eh nicht.)

Zum weiterlesen

Wenn du es noch genauer wissen möchtest: Daniel W. Schneider hat hier eine sehr unterhaltsame Dokumentation des „Märchens vom Link-Urteil“ erstellt und der Rechtsanwalt Thomas Schwenke erklärt in diesem Artikel detailliert, woher diese Disclaimer stammen, warum sie in Deutschland keinen Sinn machen und warum sie in manchen Fällen sogar schädlich sind.

Deine Mini-Aufgabe für heute ist also: Impressum aufräumen und deinen Haftungsausschluss löschen!

Versprochen: Das fühlt sich fast so gut an, als würdest du endlich all diese Einzelsocken wegschmeißen, zu denen du kein Gegenpaar mehr findest.

(Wie immer bei Rechtsthemen gilt auch hier: Das ist meine persönliche Einschätzung und keine verbindliche Rechtsauskunft.)


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