Eine Umarmung für die Selbermacher

Beim Renovieren unserer Werkstatt haben wir (mit viel Hilfe von ganz wunderbaren Menschen) alles selber gemacht, vom Abschleifen der Wände bis zum Verputzen und Streichen.

Irgendwann hat mir’s total gereicht. Die Hände rissig und dauertrocken, und immer gab’s noch etwas zu tun, und alles war wochenlang dreckig. An einem Abend, als wir schon ziemlich weit waren, habe ich noch die Fenster in meinem Raum geputzt, denn es sollte am nächsten Tag ja fotografiert werden. Das Fenster war voll mit klebriger Tapetenablöserschmiere und ich bekam es überhaupt nicht sauber, schleppte eimerweise neues Wasser an und war völlig entnervt und müde und hätte am liebsten alles hingeschmissen und jemanden bestellt, der den Rest für mich macht.

Die Arbeit

Aber: wir wollten das so, und das hätte auch kein Handwerker mitgemacht — denn wir haben im laufenden Prozess die Entscheidungen getroffen. Jede Tapetenschicht voller Spannung abgelöst und auf einen schönen Fitzel Wand dahinter gehofft. Und die schönsten Stellen haben wir gelassen, und die anderen überstrichen, und jetzt ist es unseres. So entstanden, wie wir arbeiten.

Während ich da also fluchend am Fenster stand, habe ich versucht, mich daran zu erinnern, warum wir das so machen und warum das Mühe und Nerven kosten darf.

Und dabei ist mir klar geworden, dass es dir mit deiner Website bestimmt nicht anders geht. Dass du über der Domainbestellung oder dem Baukastensystem oder deinen Texten sitzt und heulen könntest, weil es in dem Moment einfach nicht will.

Aber du hast dich auch bewusst dafür entschlossen, deine Website selber zu machen — und das ist sinnvoll und wundervoll. Weil du im laufenden Prozess deine Entscheidungen treffen kannst. Weil du dir Zeit nehmen kannst, um zu schauen was passiert und was zu dir passt. Und weil dabei eine Seite entsteht, die genau so ist, wie du bist und wie du arbeitest.

Der Lohn

Deshalb: du darfst genervt sein. Selbermachen ist schwierig und anstrengend und fordert einiges von dir.

Umso glücklicher kannst du sein, wenn deine Website (so unfertig und im Werden wie unser Werkstattbüro) dann online geht, und du sie in den nächsten Monaten immer wieder selber anpassen kannst.

Denn das lohnt sich, und du hast jetzt schon so viel gelernt — und ich bin stolz auf dich.




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