10. Juni 2016

Was uns unsichtbar macht

Zwei Faktoren machen die öffentliche Sichtbarkeit für Frauen besonders schwer:

Erstens: Als Frau wirst du manchmal eh schon zu viel gesehen, und viel zu genau betrachtet.

Dein Frisör erzählt von der TV-Schachtel, die so hässlich und ungeschminkt am Sonntag auf dem Elisabethmarkt rumschlappt, dein Onkel lacht eine Politikerin aus für ihre neue Haarfarbe, der Mann in der Bahn auf dem Sitz gegenüber scheint immer nur dich anzuschauen, auf einem Netzwerktreffen macht ein neuer Kontakt eine unpassende Bemerkung über dein Alter – über das Aussehen einer Frau darf man sich anscheinend auslassen, hemmungslos, konsequenzlos.

Zweitens: Wir Frauen müssen uns immer wohlfühlen.

Es muss immer schwingen. Wir suchen und verlangen den schwingenden, harmonischen Kontakt und die Verknüpfung mit jedem Wesen im Raum. Wir suchen und verlangen diesen Kontakt mit uns selber. Wenn wir ihn nicht fühlen, behaupten wir zu ahnen, dass etwas nicht stimmt und suchen etwas oder jemanden neues.

Je mehr wir uns mit unserer eigenen Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen, uns coachen lassen, reflektieren, uns die wirklich wichtigen Fragen stellen und von den Antworten darauf leiten lassen – was ja alles unglaublich wichtig, bereichernd und eigentlich stärkend ist – umso kritischer wird dieser Wohlfühlzwang.

Irgendwann sind wir an einem Punkt, an dem alles perfekt passen und schwingen muss, damit wir überhaupt den Mund aufmachen. An dem jeder Pixel auf meiner Website sitzen muss, an dem das Logo jede einzelne Facette meiner Persönlichkeit widerspiegeln muss, an dem der Text hundertmal gefeilt und probegelesen sein muss, damit ich die Seite überhaupt online stelle.

Was wir dagegen tun müssen.

Ich kann beide Gefühle, das der Ausgesetztheit und den Wohlfühlwahn, wahnsinnig gut verstehen. Ersteres, und vor allem die Gründe dafür, machen mich je nach Tagesverfassung gereizt bis sprachlos zitternd wütend. Zweiteres macht mich schlicht traurig.

Da ich aber extrem dafür bin, dass Frauen sichtbar werden und sichtbar bleiben, da es Irrsinn und einfach unlogisch ist, von etwas anderem auszugehen, da ich es jedes einzelne Mal als eine unglaublich wertvolle Entwicklung erlebe, wenn eine Kundin mit dem Online-Stellen einer Website einen ersten Schritt in eine öffentliche Position macht, habe ich zwei Antworten auf diese Faktoren:

1. Es geht hier nicht um dich. Es geht um diejenigen, die dich brauchen.

Es geht nicht um deine Sichtbarkeit, also die Sichtbarkeit deiner Person (deine Poren, dein Lachen, deine grauen Haare, deine Oberschenkel) – sondern es geht darum, dass deine Arbeit und deine Ideen sichtbar werden für diejenigen, die sie brauchen können.

Denk an diese Menschen, die deine Arbeit brauchen. Du könntest ihnen helfen – aber nur wenn sie dich finden. Sprich: wenn du für sie sichtbar bist.

Ja, du machst dich damit auch sichtbar für die anderen, für die wertenden und ätzenden. Aber:

2. Es kann sich nicht immer gut anfühlen. Da müssen wir zusammen durch.

Sichtbarkeit fühlt sich nicht immer gut an. Erfolg fühlt sich nicht immer gut an.

Sichtbarkeit bedeutet auch, Kritik zu erhalten, auch ungerechtfertigte oder unfaire, es bedeutet auch gesehen und bewertet zu werden. Aber unsichtbar bleiben ist keine Alternative. Allein schon um der Menschen willen, die dich brauchen – siehe oben. Dich weiterhin verstecken ist auf Dauer verletzender und schädlicher als die Angst, eventuell verletzt zu werden.

Es muss sich nicht immer gut anfühlen, und es wird sich nicht immer gut anfühlen.

Wie ich an dieser Stelle schon geschrieben habe: Wir sind es unseren Ideen und Träumen und Unternehmen schuldig, aus unserer Wohlfühlzone herauszugehen und etwas Neues auszuprobieren. Und wenn daraus ein unangenehmer Moment entsteht, heißt das weder, dass wir unseren kompletten Kurs ändern müssen, noch dass wir uns in den Panzer zurückziehen müssen.

Und, wie ich in meinem Website-Verbesserungs-Buch in dem Kapitel zum Thema Sichtbarkeit geschrieben habe: Sich zeigen ist anstrengend. Es wird einfacher, und müheloser, aber das Anstrengende daran ist nie auf einen Schlag weg – also gewöhne dir am besten von Anfang an einen guten Umgang mit dieser Anstrengung an.

Lass dir Zeit, und gib dir Ruhe, aber lass dich nicht vom Haken.

 

[Ein Beitrag für die Blogparade zum Thema Sichtbarkeit der Digital Media Women]

24. März 2016

Wie viel Inspiration brauchst du?

Wie lange kannst du am Stück denken, bis du wieder Input brauchst?

Informationsaufnahme ist eigentlich so idiotensicher und selbstverständlich wie Nahrungsaufnahme. Wenn ich hungrig bin und Nährstoffe brauche, esse ich. Wenn ich etwas nicht weiß und eine Entscheidung treffen will, informiere ich mich.

In der Realität funktioniert das in beiden Fällen schon lange nicht mehr so. Sich ernähren und sich informieren sind unendlich komplexe Prozesse geworden, bei denen eine Vielzahl moralischer, sozialer, spiritueller, gesundheitlicher, kultureller, technologischer Aspekte mit entscheiden. Und Gewohnheit.

Wenn Informationen Kalorien hätten, wärst du dann eine dicke Schachtel?

Oder setzt du die Energie, die du dir zuführst, wieder um?

Platz im Kopf machen

Wenn irgendwo ein Wort steht, muss ich es verschlingen. Immer und immer wieder. Ich fülle mein Müsli um und entferne die Etiketten von meinem Shampoos, weil ich sonst während jedem Frühstück und bei jedem Duschen die Packungen lesen und mich mit den Werbewörtern auffüllen würde.

Auch wenn ich selber was zu denken hätte.

Ich suche Wege, um die vielen Wörter um mich auch mal fernzuhalten. Um mir Headspace zu schaffen. Ich probiere aus, wie sich das anfühlt, eine Woche lang gar nichts zu lesen.

Und ich suche Wege, um mehr rauszubekommen aus dem Kopf – die Umsetzung der Informationskalorien. Wege, um überall zu denken und zu schreiben. Immer ein Blatt Papier daliegen haben, im Vorübergehen zeichnen, nebenbei eine Idee ausformulieren. Das Smartphone füllen, nicht aufsaugen.

Was zum ausprobieren.

Wenn dich das nächste Mal ein Artikel oder ein E-Book oder ein Kursinar so anmacht, dass du ihn sofort verschlingen willst: schreib ihn selber. Den ollen Artikel nicht lesen, sondern seinen Titel als Auftrag verstehen, ihn selber zu schreiben.

Wenn dir das nächste Mal einer von einem tollen Gericht erzählt: nicht googeln, sondern erstmal aus dem Kopf versuchen, es nachzukochen. Wenn du von einem Kunstwerk hörst, das dich fasziniert: nicht gleich anschauen, sondern erstmal selber bauen.

Spüren, wie sich hungrig anfühlt. Lernen, den anderen gute Nährstoffe zuzubereiten. Den Rhythmus von ein und aus üben. Sich bewusst machen, wonach man sich sehnt, wenn man das Internet öffnet.

18. März 2016

Kurserfahrungen: Interview mit Maja Dvorak | Aufräumfreuden

[Aus meiner Interview-Reihe mit Teilnehmerinnen von meinem Online-Kurs zum Website-Selbermachen]

Anpackende Aufräumhelferin

Maja Dvorak

Maja Dvorak packt mit ihrem Münchner Aufräum- und Büroservice Aufräumfreuden an – wo immer sie gebraucht wird, vom Keller bis zum Speicher.

Liebe Maja, wie genau hilfst du anderen Menschen beim Aufräumen?

Ich unterstütze Menschen bei verschiedensten Aufräumthemen. Das mache ich nicht als reiner Coach, sondern als tatkräftige Helferin, die mit anpackt, sortiert, strukturiert und ausmistet. Mit Leidenschaft und Fingerspitzengefühl verhelfe ich meinen Kunden zu einer – nach individuellen Maßstäben – aufgeräumten Wohnung und letztlich zu einem Gewinn an Überblick, Zeit, Klarheit und Lebensqualität.

Maja Dvorak | Aufräumfreuden

Was für eine Website wolltest du für dieses Projekt? Hat dir das Thema Website Stress gemacht?

Stress gemacht hat mir, den Spagat zwischen einer bezahlbaren und trotzdem ansprechenden, benutzerfreundlichen Website hinzubekommen. Und ich empfand es als Laie schwierig, bei einem derart technischen Thema überhaupt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Website-Erstellung und die jeweiligen Vor- und Nachteile zu bekommen.

Ich wollte auf keinen Fall eine Website, die unübersichtlich und unästhetisch ist. Auf jeden Fall wollte ich eine Website, die ich jederzeit selbst und unkompliziert ändern kann.

Maja Dvorak | Aufräumfreuden

Hat du vor dem Online-Kurs noch etwas anderes ausprobiert?

Ich hatte vorher nichts anderes ausprobiert und habe mich nach längerem Überlegen und Vergleichen der verschiedenen Möglichkeiten für die gute Website entschieden, zum Glück!

Welche Erkenntnisse hast du aus dem Kurs mitgenommen?

Mein Aha-Moment im Kurs war: Zu lesen, dass es nicht richtig ist, dass auf einer Website nur wenig Text stehen darf.

Auch hat mich der Gedanke, dass ich eine Website bauen soll, die gut/nach mir riecht, ermutigt, mich zu trauen, aus dem Bauch raus zu schreiben, was mir wichtig ist. Ohne dauernd zu schauen, was/wie die Konkurrenz schreibt.

Maja Dvorak | Aufräumfreuden

Ich habe unter anderem aus dem Kurs mitgenommen, dass meine Website nicht perfekt sein muss. Dass sie vielmehr ein lebendiges, sich stetig änderndes, „mitwachsendes“ Projekt ist. Ich bin dadurch etwas mutiger geworden und habe ab einem gewissen Punkt einfach „gemacht“, statt alles perfekt machen zu wollen.

Amen! Da bin ich komplett bei dir. Wie gefällt dir der aktuelle Stand?

Ich empfinde die Seite als optisch ansprechend, übersichtlich und absolut authentisch. Selbstverständlich besteht in vielerlei Hinsicht Luft nach oben, aber der Weg ist das Ziel!

Maja Dvorak | Aufräumfreuden

Würdest du „Die gute Website“ weiterempfehlen – und wenn ja, an wen?

Ich empfehle „Die gute Website“ aus mehreren Gründen weiter: Zum einen ist man von Anfang an Herr/in über die eigene Website und kann sie jederzeit selbst ändern.

Außerdem muss man sich im Rahmen des Online-Kurses unter anderem auch mit sich und Themen wie „Mein Wunschkunde“ und „Das emotionale Bauchgefühl der eigenen Marke“ auseinandersetzen. Das bringt, insbesondere für einen Gründer/eine Gründerin, wertvolle Erkenntnisse auch über das Thema Website-Erstellung hinaus.

Zu Majas Website | Zurück zu den Beispielen


Hast du selber Lust bekommen? Hier geht's zum Online-Kurs. Und hier zum kostenlosen Mini-Kurs zum ausprobieren.

16. Februar 2016

Es ist Zeit, dass deine Website erwachsen wird.

Du lieber Mensch.

Du lieber Mensch mit Website.

Sag mal, so unter uns: Weißt du eigentlich, was deine Seite den ganzen Tag im Netz treibt?

Hockt sie faul auf ihren Pixeln rum, während du sie pflegst und kraulst und ihr immer wieder neues Spielzeug besorgst?

Oder tut sie auch mal was für dich? Überrascht sie dich ab und an mit einem Newsletter-Leser oder einer Kurs-Anmeldung oder vielleicht sogar einem Anruf von einer Person, die schon völlig überzeugt ist und schnellstmöglich einen Termin will?

Ich will, dass es so ist. Ich sehe viel zu viele Seiten-Mensch-Beziehungen, in denen es anders ist. Die sehr … einseitig sind.

Und das wurmt mich – wir stecken alle zu viel Zeit und Gedanken und Energie in unsere digitalen Anwesenheiten, als dass wir es uns leisten könnten, dass die einfach so rumhocken.

Ich will, dass du genau weißt, was deine Seite tun soll, was du dafür anpassen musst und wie das geht.

Ich will, dass du einen klaren, machbaren und sinnvollen Plan für deine Website hast. Kein kopfloses Rumfrickeln, kein hektisches machen-was-alle-anderen-machen.

Ich will, dass deine Website dich nicht überrascht mit guten Nachrichten, sondern dass du mit Lesern und Käufern rechnen kannst.

Deshalb habe ich den Feinschliff entwickelt – ein digitaler Leitfaden zu einer besseren und aktiveren Website. Eine erwachsene Website, die dir ein Partner ist. Und dieser Feinschliff ist ab heute veröffentlicht und online!

Du kannst ihn jetzt kaufen und sofort durchstarten. Oder du setzt jetzt nur ein paar schnelle Änderungen um und legst in ein paar Wochen oder Monaten richtig los – der Plan, den du damit erstellst, passt sich dir komplett an.

Hier kannst du dir ein kostenloses Probekapitel aus dem Feinschliff zuschicken lassen:

Gleich loslegen:

Sample-chapter
15. Januar 2016

Beta-Kunden: Warum & Wie

Zwei Wörter für bessere Produkte und mehr Verkäufe: BETA KUNDEN.

Ich glaub ja nicht an Geheimtricks, an dieses eine Ding, das ich jedem empfehle, weil damit alles anders und besser und goldener und diamantenbestäubt ist.

Aber. Einen nicht-so-wirklich-geheimen Trick hab ich doch. Und zwar für alle, die neue Angebote entwickeln oder an einem Produkt arbeiten, vielleicht sogar an ihrem eigenen Magnetprodukt.

Dieser Trick heißt: Beta-Kunden.

Klingt nicht super-sexy, ist aber weltverändernd. Und zwar zum einen aus ganz vielen produktbezogenen Gründen, auf die ich weiter unten eingehe – zusammenfassend gesagt, hast du ein attraktiveres Produkt, das sich besser verkauft, wenn du mit Beta-Kunden arbeitest – zum anderen aus einem persönlicheren Grund:

Beta-Kunden bringen dich in Bewegung.

Die bringen dich auch dann in Bewegung, wenn du selber noch völlig paranoid und paralysiert auf deine Arbeit starrst, und dir nie-nie-nie vorstellen kannst, dass du dieses Ding in naher Zukunft der Welt-Öffentlichkeit vorstellst.

Denn die Beta-Kunden sind ja erst mal eine Mini-Öffentlichkeit. Ein erweitertes, wenn auch kritisch-konstruktives Wohnzimmer. Nichts, was dich so richtig nervös macht. Nur so ein bisschen. Und so kannst du den ersten Schritt Richtung Veröffentlichung machen – auch wenn du dich noch gar nicht bereit dafür fühlst.

Klingt interessant? So geht's – und darauf solltest du achten:

Erstmal: Was ist ein Beta-Kunde eigentlich?

In meiner Definition ist ein Beta-Kunde jemand, der einen geringeren Preis zahlt für dein Produkt, als es später voraussichtlich kosten wird, und der dafür das Produkt testet, also bereit ist, dir intensiv Feedback dazu zu geben.

Der Begriff kommt eigentlich aus der Software-Entwicklung, wo die Roh-Version eine Alpha-Variante und die erste wirklich nutzbare, aber noch ungetestete, eine Beta-Version ist.

Meine Definition gilt für Produkte genauso wie für Dienstleistungen: Ich habe zum Beispiel bei der Entwicklung des Schnellstarts zum ersten Mal aktiv mit Beta-Kunden gearbeitet. Mit ihnen bin ich testweise meine gesamte Idee der Website-Erstellung in einem Tag durchgegangen, denn bis dahin hatte ich das ja nur auf dem Papier stehen. Erst als ich den Prozess sechs Mal mit meinen Betas ausbuchstabiert hatte, habe ich den Schnellstart genauer beschrieben und öffentlich zugänglich gemacht.

Ähnlich mache ich es gerade mit meinem neuen Leitfaden zur besseren Website (namens „Feinschliff“): Ich arbeite zur Zeit intensiv mit einer Handvoll Beta-Kunden meine bisher erstellten Unterlagen durch und überarbeite und verbessere sie währenddessen – und bekomme schon wieder so unglaublich hilfreiches Feedback.

Das sind die besten Gesprächspartner, die ich mir in dieser Phase vorstellen kann.

Was dir ein Beta-Kunde bringt

  • Du machst einen echten Realitäts-Check.
    Du musst dir nicht vorstellen oder mühsam ausdenken, wie dein Produkt und deine Ideen im Kopf deines Wunschkunden ankommen könnten, sondern du bekommst es ganz bequem direkt gesagt.
  • Du baust wertvolle Kundenbeziehungen auf.
    Beta-Kunden sind Marktforschung, Produktentwicklung und Kundenbindung in einem. Du intensivierst damit auf eine total schöne, natürliche Art deine wichtigsten Kundenbeziehungen.
  • Du bekommst exakt passendes Feedback.
    Du bekommst Rückmeldungen von den Menschen, von denen sie am meisten zählen. Denn nur weil deine beste Freundin deinen Text zu blumig findet, heißt nicht, dass er deinen Kunden auch zu blumig ist.(Deshalb ist es aus meiner Sicht so wichtig, dass du deine Beta-Kunden zahlen lässt, auch wenn es wenig ist – sonst sind es Beta-Interessierte, und keine Beta-Kunden.)
  • Du erhältst, mit etwas Glück, begeisterte Botschafter deines Angebots.
    Und du bekommst erste Kundenstimmen, die du von Anfang an in der Bewerbung deines Angebots einsetzen kannst.
  • Du kommst aus deinem Schneckenhaus heraus.
    Du kommst in Bewegung, du machst die ersten Schritte. Du bekommst Energie, du bekommst Realität, du bekommst Wirkung mit. Das ist heftig, und großartig.

Was die Beta-Kunden davon haben

Für deine Tester ist das Ganze toll, weil sie einen direkten Draht zu dir haben und ein Produkt, das sie interessiert, durch ihre Ideen mitgestalten können.

Zum Beispiel hat mir eine Beta-Testerin die Idee gegeben, in Feinschliff mit einer Mind Map zu arbeiten – diese Mind Map ist inzwischen ein Kernbestandteil von dem Leitfaden. So können die Tester dafür sorgen, dass sie ein Produkt bekommen, das genau ihre Bedürfnisse erfüllt.

Außerdem kommen deine Betas natürlich in den Genuss deiner intensiven Zeit und deines Produkts, und das für weniger Geld, als sie später zahlen müssten.

8 Tipps für einen wirksamen Beta-Test

1. Kenn dein Ziel

Was willst du erreichen / wissen? Ist dir selber klar, wo du am meisten Input gebrauchen könntest? Kannst du deinen Betas gegenüber genau formulieren, was du von ihnen wissen willst?

2. Such dir sorgfältig passende Betas

Deine Betas sollten so nah we möglich an deinen Wunschkunden liegen. Denn je näher sie an deinen Wunschkunden dran sind, um so wertvoller ist ihr Feedback. Außerdem müssen sie so viel Geduld mitbringen, dass sie auch Zeitplanänderungen oder Neu-Entwicklungen mittragen können.

Passende Beta-Kunden findest du über deinen Blog oder deine Mail-Liste. Oder du fragst im Bekannten- oder Freundeskreis, ob sie jemanden kennen, der passen könnte. Oder du schreibst einzelne Wunschkunden von dir direkt an, ob sie sich das vorstellen könnten – das ist besonders schön, weil diese Kunden sich ja zu Recht besonders ausgewählt fühlen.

Nimm außerdem nicht nur einen oder zwei, sondern mindestens 5 Test-Kunden. Sonst hast du keinen wirklichen Querschnitt und richtest deine Produktentwicklung zu sehr nach einzelnen Geschmacksfragen, und um die geht es hier nur zweitrangig. Bei Software oder einer App können es übrigens locker auch mal mehrere Hundert Tester werden!

3. Bilde die spätere Verkaufssituation ab

Das bedeutet, dass du den ganzen Ablauf so steuerst, wie du es später auch beim echten Verkauf machen würdest – sonst kannst du den Verkaufsprozess ja nicht mittesten. Sprich: Links, Downloads, Rechnungsstellung, Verträge … alles, was du hier schon testen kannst, gibt dir Sicherheit bei der eigentlichen Veröffentlichung.

4. Weck die richtigen Erwartungen

Kritische Punkte könnten zum Beispiel sein: der Fertigkeitsgrad deines Angebots, die Zeit, die du bereit bist zu investieren, wann du wie viel und was für Feedback von deinen Betas haben möchtest. Kläre so viel wie möglich davon vorab – zum Beispiel kannst du von Anfang an konkrete Feedbackpunkte vereinbaren (ein telefonischer Check-In, ein Fragebogen per Mail am soundsovielten …).

Kläre auch deine eigenen Erwartungen vorab: Wie wirst du mit nicht-so-tollem Feedback umgehen? Kannst du damit umgehen, ohne dass es dich umhaut? Was bist du bereit, anzupassen, was nicht?

Du darfst auch nein sagen oder ein Feedback nicht mit einbauen – es ist nur wichtig, dass du weißt, warum.

5. Feedback so lebendig wie möglich einsammeln

Wenn du die Möglichkeit daze hast, hol dir dein Feedback am Telefon oder per Skype oder in einem Gespräch vor Ort. Wenn du die Möglichkeit hast, zuzusehen, wie jemand dein Produkt auspackt und nutzt: noch viel besser.

Du bekommst im persönlichen Gespräch so viel mehr Zwischentöne mit als in einem schriftlichen Feedback-Bogen – und du kannst spontaner einhaken und nachfragen, wenn sich nebenbei eine interessante Komponente ergibt, an die du bisher noch nicht gedacht hast.

Außerdem kostet ein Gespräch deine Betas meist weniger Zeit und Mühe. Wenn du allerdings Testkunden hast, die viel lieber schreiben als sprechen, macht es natürlich Sinn, auf sie einzugehen und nicht deine Vorstellungen durchzudrücken.

6. Kümmer dich um deine Betas

Während du mit Beta-Kunden arbeitest, sollten sie absolute Priorität für dich haben. Dieser Test ist zu wichtig, als dass du ihn so nebenbei laufen lassen kannst.

Nimm dir Zeit, um deine Tester zu recherchieren (über ihre Website und Social-Media-Profile) und so viel wie möglich über sie herauszufinden. Mach dir darüber Notizen. Mach dir Gesprächsnotizen. Halte sie auf dem Laufenden, schick ihnen Zwischenstände deiner Arbeit, erzähle ihnen ehrlich, was in deinem Kopf vorgeht und wie sich dein Angebot entwickelt. Belohne sie für ihre Arbeit mit Information, Unterstützung, Rabatten, Geschenken … Zeig ihnen, dass sie dir wichtig sind.

7. Bau auch wirklich Änderungen ein

Das ist natürlich eigentlich sonnenklar, aber zu wichtig, um es nicht zu erwähnen: Zeig deinen Testern, dass du ihr Feedback umsetzt und einarbeitest. Notier dir, wer was vorgeschlagen hat und melde dich bei dieser Person, wenn du ihren Vorschlag umgesetzt hast. Halte diese wertvollen Gespräche über deine Arbeit so lange wie möglich am Laufen.

Wie ich es vor einer Weile auf einem Blog gelesen habe: Why would you not want an excuse to talk to one of your customers?

8. Plan dir genug Zeit ein

Dieser ganze Prozess lohnt sich hundertfach, aber er kostet Zeit. Plan dir diese Zeit mit ein, und dann ein Vielfaches davon.

Du wirst Energie und Motivation bekommen durch den Input deiner Betas – aber auch eine Menge neuer Arbeit. Nur wenn du dafür genug Luft in deinem Produkt-Fertigstellungs-Kalender hast, wirst du wirklich etwas von deinen Beta-Kunden haben.



PS. Bist du neugierig geworden auf den Website-Verbesserungs-Leitfaden? Das trifft sich gut, denn du kannst dir hier ein kostenloses Probekapitel zuschicken lassen!

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